Wo die Kulturstadt Wien am dreckigsten ist - direkt unter der Oper.

Ich spürte Wut.

Gestern war ich unter der Erde Wiens, ich fuhr U-Bahn.

Es war elf Uhr nachts, Opernpassage, auf dem Weg zur U4 am Karlsplatz. Die Wände besudelt, an den Münzfernsprechern demolierte Telefonhörer, der Boden dreckverschmiert, ebenso alle Mistkübel. Die Deckenverkleidung abmontiert. Wilde Typen in abgewetzten Klamotten und mit Bier-Dosen in der Hand pöbelten betrunken, Obdachlose, die das Leben ausgespuckt hat, lagen in Nischen, andere pissten in die vergammelten Mistkübel.

Kulturhauptstadt Wien, hautnah und real direkt unter der Oper: „Hier riecht es nach abgestandenem Leben“, schrieb einst Franz Josef Wagner, der deutsche Gossen-Goethe, über die Berliner U-Bahn. Ein Bild, das auch zur Wiener Opernpassage passt: Abgestandenes Leben. U-Bahn-Welt. Unter-der-Oberwelt. Nicht meine Welt.

Starre Gesichter. Aggressiv, unfreundlich, bedrohlich. Ich fuhr bis zur Station Schottenring. Rollte auf der Treppe zurück an die frische Luft. An der Straßenbahnhaltestelle zwei Dutzend dunkle Gestalten. Regen. Leichter Nebel. Ungutes Gefühl. Die Gestalten haben ihre Kapuzen über ihre dunklen Gesichter gezogen. Die Männer sprechen arabisch. Zischen mich an: „Psssspssss Haschisch, Gras, psssspsss Haschisch, Gras“. Ich spürte Wut. Dachte an Sarrazin. Aber auch an Robert Misik und sein Migranten-Geschwafel.

Maria Vassilakou, die Grüne-Strahlefrau, ist jetzt zuständig für diesen Untergrund-Mist. Ob sie diese erbärmliche Welt noch kennt, seit sie einen fetten Dienstwagen hat? Ich denke nein, sonst hätte sie längst einen Putztrupp in die Opernpassage geschickt.

Top


Disabled