Angela Merkel (CDU/CSU) - erleidet sie am Wahltag ein Wolfgang Schüssel-Schicksal?

Der Countdown zur deutschen Wahl läuft, die Nervosität steigt: Das Umfrageinstitut Forsa sieht Angela Merkel kurz vor der Bundestagswahl nur noch bei 33 Prozent, ein Alarmruf. Das ist der schwächste Wert seit einem halben Jahr. Schwarz-Gelb ist damit ohne Mehrheit. Erleidet Merkel gar ein Wolfgang Schüssel (ÖVP) Schicksal?

Totaler Absturz!

Der österreichische Ex-Kanzler lag bei der Nationalratswahl 2006 scheinbar uneinholbar vorne. Wochenlang demonstrierte er triumphierende Überlegenheit und vergass dabei auf aktiven Wahlkampf. Die Österreicher wählten Schüssel ab, er verlor acht Prozent, unverhofft kam SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer an die Macht.

In Deutschland könnte am Sonntag Ähnliches passieren: Die gesamte CDU-Stossrichtung war im Wahlkampf auf Kanzlerin Merkel zugeschnitten, ein Fehler. „Die Wähler dürfen wählen, aber Angela Merkel bleibt ohnehin Kanzlerin“, wurde argumentiert, auch in den Medien. Nun hat sich die Sache gedreht.

Merkel gab im Wahlkampf ein schwaches Bild ab, selbst bei den TV-Duellen fehlte der Siegeswille, der letzte Biss. Sie agierte “weich und unentschlossen”, analysiert Publizist ANDREAS UNTERBERGER, Chefredakteur der “Wiener Zeitung”, in seinem Gast-Blog (http://www.ortneronline.at).

Er wirft deshalb die Frage auf: «Sind die Bürgerlichen zu faul? Oder zu nobel? Begreifen sie nicht, dass zur Mobilisierung für den Wahltag auch Emotionen – positive wie negative – unverzichtbar sind? Oder hängt jenes Phänomen eher mit dem linken Wählerlager zusammen, das nicht mehr kadergehorsam ist, sondern nur noch mit großer Mühe und sehr spät mobilisierbar ist?»

Treffender kann man es nicht formulieren.

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Words: Angela Merkel, Wolfgang Schüssel, www.ortneronline.at, Andreas Unterberger

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